G E N O S S E N S C H A F T E N I M M I T T E L P U N KT 3 Ein Jahr im Zeichen der Genossenschaften Die Genossenschaften feiern weltweit! Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2025 offiziell zum Inter- nationalen Jahr der Genossenschaften ausgerufen. Unter dem Motto „Cooperatives Build a Better World“ wird in diesem Jahr weltweit der Genossenschaftsgedanke gewürdigt – und das völlig zu Recht. Was für Außenstehende vielleicht wie ein kleiner Unterschied wirkt – statt Miete ein Nutzungsentgelt zahlen – , bedeutet für Mitglieder von Wohnungs- genossenschaften sehr viel mehr. Sie sind Miteigentümer, haben Mitspra- cherechte und sind Teil einer Gemein- schaft, die weit über die eigene Haus- tür hinausreicht. Genossenschaften gestalten Zukunft António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, betont: „Genos- senschaften tragen entscheidend dazu bei, die nachhaltigen Entwicklungszie- le der Weltgemeinschaft zu erreichen. Sie fördern Unternehmertum, schaffen Zugang zu Märkten und bekämpfen weltweit Armut und soziale Ausgren- zung.“ Gerade Wohnungsgenossenschaften leisten einen wichtigen Beitrag zu so- zialem Zusammenhalt, sicherem und bezahlbarem Wohnraum und lebens- werter Nachbarschaft. Die Mitglieder profitieren von demokratischer Teilha- be und verlässlichen Wohnverhältnis- sen – und das oft ein Leben lang. Starke Geschichte, starke Gemein- schaft Die Geschichte der Wohnungsbauge- nossenschaften begann bereits im 19. Jahrhundert. Arbeiter, Handwerker und Kleinbürger schlossen sich zusammen, um in Zeiten von Wohnungsnot und Spekulation durch kollektive Selbsthilfe bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dieser Gedanke ist aktueller denn je. Heute gibt es in Deutschland rund 2.000 Wohnungsbaugenossenschaf- ten mit mehr als zwei Millionen Woh- nungen. Sie arbeiten nicht gewinn- orientiert, sondern immer im Interesse ihrer Mitglieder. Die Prinzipien Selbst- hilfe, Selbstverantwortung und Selbst- verwaltung sind dabei bis heute das Fundament. gischer Wohnungs- und Immobilien- unternehmen e. V. werden sie politisch vertreten, organisieren Veranstaltun- gen und fördern den Austausch. Gemeinsam stark Auch innerhalb der Wohnungswirt- schaft bilden Genossenschaften ein starkes Netzwerk. Über Verbände wie den vbw Verband baden-württember- 2025 steht also ganz im Zeichen des- sen, was Genossenschaften so erfolg- reich macht: Solidarität, Teilhabe und Gemeinschaft. Und diese Werte ver- dienen es, gefeiert zu werden! Diversität gestalten: Wie Wohnungs- genossenschaften Vielfalt managen Die Mitglieder von Wohnungsgenossenschaften werden immer vielfältiger – in Alter, Herkunft, Lebensstil und Bedürfnissen. Was bedeutet diese zunehmende Heterogenität für die Vorstände? Dieser Frage widmete sich Stefanie Sorochinski in ihrer Bachelorarbeit im Studiengang Immobilienwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU). Für ihre Arbeit wur- de sie mit dem mit 1.000 Euro dotierten IfK-Preis des Instituts für Kooperati- onswesen ausgezeichnet, der von vier Stuttgarter Wohnungsgenossenschaf- ten, der BGC Baugenossenschaft Bad Cannstatt eG, der Baugenossenschaft Feuerbach-Weilimdorf eG, der Baugenossenschaft Gartenstadt Luginsland eG und der GWF Wohnungs- genossenschaft eG, gestif- tet wird. Stefanie Sorochinskis Ar- beit zeigt, dass der Um- gang mit Vielfalt eine zen- trale Zukunftsaufgabe für Wohnungsgenossenschaf- ten ist – und dass sie mit Offenheit und Anpassungs- fähigkeit erfolgreich ge- meistert werden kann. Preisübergabe: Preisträgerin Stefanie Sorochinski (Dritte von links), Institutsleiter Prof. Markus Mändle (Vierter von links) sowie die Genossenschaftsvorstände und Preisstifter Andreas Knoke, Peter Hasmann, Christian Reinhard und Michael Schäfer (von links)